Puuh. Da wankten die Palapieser wie Henry Maske einst gegen Graciano Rocchigiani. Aber am Ende gewann der SVR sein drittes Heimspiel in Folge, wenn auch mit einem blauen Auge. Durch einen 3:2-Knockout tippelt unser Oberligateam auf Tabellenrang 3. Zum Sparring zu Gast war der Aufsteiger aus Oststeinbek.
Vor dem Spiel: Die Woche hin zum Spiel gegen den Oststeinbeker verlief alles andere als günstig. Mit Tolga Güvenir, Kevin Beese, Viktor Streib, Dennis von Bastian und Pascal Haase kränkelten nicht nur fünf Spieler durch die Woche, ebenso fehlten mit Kevin Lohrke (Urlaub) und Sven Worthmann (Fortbildung) sieben Spieler, sodass in den Trainingseinheiten phasenweise nur 13 Kicker zur Verfügung standen. Daraus resultierend gab es auch gegen den OSV wieder Umstellungen zur Vorwoche. Von Bastian, Scholz und Streib gingen auf die Bank, Grabow, Albry und Rühmann kamen in die Startelf.
Spielfilm:
Dass unsere Elf im Spiel gegen den Tabellenletzten und bisher sieglosen Oststeinbeker SV als Favorit ins Spiel gehen würde, war vor dem Anpfiff jedem klar. Allerdings staunten die knapp 120 Zuschauer nicht schlecht, war es doch der Gast, der in der Anfangsphase mit gefährlichen Angriffen die besseren Chancen hatte. In der 19. Minute belohnte sich der OSV dann auch für seinen frechen Auftritt. Nach einem langen Ball durch die Schnittstelle der Abwehrkette lupfte Mo Labiadh den Ball aus 20m über den herausstürmenden Keeper Schultz. Ein „Hallo-wach“-Effekt für unsere Teufel, die fortan mit viel Ballbesitz das Geschehen diktierten, allerdings bis zur 39. Minute warten mussten, ehe Barlak Comebacker Grabow von den Beinen holte und Harry Jurkschat vom Punkt souverän zum Ausgleich einschob. Mit einer gehörigen Portion Wut im Bauch ob der ersten Halbzeit kamen die Roten dann wieder aus der Kabine und erzielten bereits in der 53. Minute den Führungstreffer. Einen ansehnlichen Angriff über Jurkschat und Melich nahm Pascal Haase im Strafraumzentrum auf und bediente Grabow, der aus Nahdistanz seinen Fuß zum 2:1 hinhielt. „Das letzte Tor schoss ich vergangene Saison in Lurup“, erinnerte sich der lange Zeit von Verletzung geplagte Grabow danach. Im weiteren Spielverlauf ging es hin und her. Scholz, Albry und Jurkschat hatten dicke Dinger zur Entscheidung auf dem Fuß und Kopf, aber auch die Oststeinbeker waren brandgefährlich und verzweifelten am erneut starken Schultz, der zwei irre Eins-gegen-Eins-Situationen entschärfte. Einmal war er dann aber machtlos. Nach einer schönen Stafette legte Pamakoglu einen Querpass ins leere Tor. Und dennoch gab sich unser Team nicht auf und agierte ab der 77. Minute in Überzahl, weil Weiß nach wiederholtem Foulspiel duschen durfte. Der SVR belohnte sich für die mittlerweile sehr dominante Führung des Spiels schon kurz darauf, als Güvenir einen Jurkschat-Eckstoß aus 7m unter die Latte köpfte. Als dann auch Arslan mit doppelter Verwarnung vom Platz musste, schien die Partie entschieden. War sie aber nicht. Die Gäste kämpften unermüdlich und unser Team hatte einige Standards zu überstehen, bevor Schiri Steiner Trainer Ralf Palapies erlöste und der dritte Heimsieg in Serie perfekt war.
Tore: 0:1 Labiadh (19.), 1:1 Jurkschat (39., FE), 2:1 Grabow (53.), 2:2 Pamakoglu (73.), 3:2 Güvenir (79.)
Fazit: „Drei Punkte, egal wie“, freute sich Keeper Schultz nach dem Spiel. Und das bleibt auch hängen. Der Rug spielte bei Weitem nicht seinen besten Ball, wurde aber aufgrund einer tollen Moral und spielerischem Übergewicht mit drei Punkten belohnt. Nach zwei Auswärts-Niederlagen am Stück ist zu Hause Verlass. Drei Spiele, drei Siege und passend dazu schoss der SVR auf Platz 3 der Tabelle.
Ausblick: Mit nun 12 Punkten im Gepäck reist der Rug-Express nächste Woche zu den noch sieglosen Bramfeldern, die in der laufenden Spielzeit drei Unentschieden und drei Niederlagen vorweisen. Im Kader wird dann auch wieder Kevin Lohrke sein, der an der Ellernreihe einen Platz erleben wird, der sich in einem katastrophalen Zustand präsentiert.